Jeden Tag eine Abfuhr

Magst du Zurückweisungen? Also ich mag sie nicht besonders. Es gibt aber einen Trick, wie du sie besser verpacken und vielleicht auch darüber lachen kannst.Experiment:

Der Trick heißt „Übung“.
Versuche ab heute eine Woche lang jeden Tag, eine Zurückweisung zu erhalten.
Beispielsweise kannst du klein anfangen und auf dem Wochenmarkt über den Preis feilschen oder, wenn das für dich schon eine Kleinigkeit sein sollte, deine Freunde um einen großen Gefallen oder deinen Arbeitgeber um mehr Geld bitten.
Ganz wie du magst. Die Zurückweisung ist hierbei nicht ein unerwünschtes Ziel, sondern das gewünschte Ziel. Geben deine Gesprächspartner deinen Wünschen nach, musst du etwas neues versuchen. Die Aufgabe hast du erst erfolgreich bestanden, wenn du pro Tag eine Zurückweisung erhalten hast.

Mein Tipp:

Daneben wirst du erstaunt sein, wie oft du mit deinen Forderungen durchkommen wirst. Feilschen um den Preis, jemanden Fremden um 50 Cent bitten, oder an der Kasse vorgelassen werden klappt öfter als du denkst.

kurz erklärt:

Das Gehirn ist ein trainierbarer Muskel. Wenn zu Zurückweisungen nicht magst oder sie gar persönlich nimmst, wirst du wahrscheinlich solche Situationen vermeiden.

Dein Hirn möchte dich nämlich glücklich sehen. Und wenn das bedeutet, die Situation zu vermeiden, dann tut dein Hirn alles dafür. Möchtest du etwas neues, ungewohntes ausprobieren, musst du das Hirn erstmal überlisten, diesen Weg zu gehen. Das geht durch Umdeutung, neudeutsch auch Reframing genannt.

Lass uns spielen!

Wir sagen dem Hirn: Zurückweisung ist diesmal nichts schlechtes. Zurückweisung ist das Ziel, das uns in dieser Woche glücklich machen wird. Wir spielen sozusagen ein Spiel.

Je öfter du dieses Spiel mit deinem Gehirn spielst, desto eher wird es Zurückweisung als etwas Positives betrachten, das nicht mehr um alle Umstände vermieden werden muss.

Ja aber..

ich trau mich nicht!

Ähnliches Spiel, gleiches Prinzip: Dein Hirn will dich durchs Nicht-Trauen davor bewahren, unglücklich zu werden. Spiel das Spiel: „Heute traue ich mich was“ und fange damit an. Womit auch immer ist völlig egal. Spring in eine Pfütze, dreh eine Pirouette in der Warteschlange oder geh in die Sauna. Du weißt am besten, wo deine „Traute“ dich hinleiten wird. Wenn du dieses Spiel beherrschst, kannst du mit dem Spiel „Jeden Tag eine Zurückweisung“ beginnen.

ich habe keine Idee was ich machen soll.

Dann beginne einfach mit dem Handeln oder Kleingeld für die Parkuhr schnorren. Du kannst auch in einer fremden Stadt beginnen, wo dich keiner kennt.

Traust du dich erstmal nicht in den direkten Kontakt zu gehen, kannst du auch Mails schreiben an Firmen, mit deren Produkten oder Service du nicht so zufrieden warst und um eine Kompensation bitten. Bist du z.B. bei Ikea schroff behandelt worden, kannst du nach einem kostenfreien Essen fragen, bei dem du dich gerne mit dem zuständigen Mitarbeiter austauschen möchtest. Oder hast du einen verdorbenen Keks gekauft, schreibe der Firma eine Mail und frage nach einem Ersatz-Goodie (das kannst du natürlich auch im Geschäft machen, aber da ist die Wahrscheinlichkeit einer Zurückweisung eher gering).

Traust du dich mehr, kannst du auch recht „unverschämte“ Fragen stellen. So z.B. ob du im Büro eine Zigarette rauchen oder als Bänker in kurzen Hosen zur Arbeit kommen darfst oder zu dem Laptop-Kauf noch die Docking-Station kostenlos dazu bekommst.

Herausforderung:

Finde einen Mitstreiter und spielt das Spiel „Jeden Tag eine Abfuhr“ gemeinsam. Wer hat die schönsten Ideen? Lacht gemeinsam über eure Erfahrungen.

Stellt euch z.B. vor, ihr seid zwei der typischen Haustürverkäufer. Diese Menschen, die bei 99 von 100 Türen Zurückweisung erfahren. Stell dir vor, ihr zwei Haustürverkäufer sitzt abends bei einem Bierchen und erzählt euch gegenseitig: „Heute ist mir eine Abfuhr passiert, das glaubst du nicht…“

für Fortgeschrittene:

Positiver Nebeneffekt: Du wirst bei diesem Spiel wahrscheinlich die Zurückweisung auch nicht persönlich nehmen. Dann macht es dir auch nicht mehr so viel aus, wenn du Zurückweisung außerhalb des Spiels erfährst?

Überlege, wie es mit Zurückweisung vor dem Spiel war. Wie hast du reagiert? Welche Gefühle hattest du?
Und schaue, ob es nach dem Spiel ähnliche Situationen gibt. Wie war deine Reaktion jetzt? Wie waren deine Gefühle?

Deine Erfahrungen:

Ich freue mich, wenn du deine Fragen und Erfahrungen mit mir teilst. Du kannst dazu die Kommentarfunktion nutzen oder mir eine Mail schreiben.

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