Selbstverständlich ist das so!

Gerade geht es durch die Nachrichten: Dorschknappheit im Ruhrgebiet. Kein Brokkoli mehr in Manchester. Rationierter Eisbergsalat in London. Bananensterben  – keine Bananen mehr in 4 Jahren!

Wenn du selbstverständlich gerne Bananen isst, lies weiter.

Experiment:

Wann war das letzte Mal, dass du im Supermarkt eine bestimmte Ware nicht mehr bekommen hast? Erinnerst du dich noch? Was war es?

Ist es für dich selbstverständlich, jederzeit alles bekommen zu können?

Mein Tipp:

Ich versuche, möglichst auf „Flugware“ zu verzichten. Das bedeutet: wenn es keine Saison für frische Blaubeeren ist und diese extra aus Chile eingeflogen werden müssten, dann kaufe ich keine frischen Blaubeeren.

Stehen nur diese Früchte im Supermarktregal, definiere ich dieses für mich als „Ware nicht vorhanden“.

kurz erklärt:

Für uns ist die ständige Auswahl an Lebensmitteln im Supermarkt selbstverständlich. Jahreszeitlich frisch aus deutschen Landen, außerhalb der Saison auch aus Südeuropa, Nordafrika oder Lateinamerika. Exotisches aus Fernost und vom Äquator ist sowieso immer dabei.

Ich kann aus dem Vergleich mit anderen europäischen Ländern sagen, dass dies in so gut wie allen anderen Ländern um uns herum nicht solche Ausmaße hat wie in Deutschland.

Wir deutschen Verbraucher sind diesbezüglich völlig „verwöhnt“. Auswahl und Preis müssen bei uns immer stimmen.

Aber kannst du überblicken, was das für Konsequenzen hat, wenn du z.B. im Winter einen Eisbergsalat kaufen möchtest?
Energie- und Öko-Bilanz, Auswirkungen im Herkunftsland auf Mensch und Umwelt, mangelnde Vitamine durch Aufzucht ohne Erde, Pestizidbelastung, Wegwerfen von Unverkauftem, weltwirtschaftliche Verflechtungen und globale Interessen sind nur einige Schlagworte.

Warum ist das so?

In der Nahrungsmittelproduktion geht es nicht mehr um die kleinbäuerliche Familie, die ihre ökologischen Ideale verwirklichen möchte. Es geht um Profit. Es wird in Großbetrieben genau das in Monokultur angebaut, was auf dem Markt den höchsten Preis erzielt. Ethik und Nachhaltigkeit spielen dabei in der Regel keine Rollen. (Auch nicht bei Bio-Betrieben. Da darfst du dich leider keiner Illusion hingeben.)

Ja aber..

was kann ich tun?

zuallererst: Nimm das reichhaltige Angebot an Waren, das es in deinem Supermarkt gibt, nicht als selbstverständlich hin. Sei dir bewußt, dass es jederzeit zu einer „Dorschknappheit“ oder einem „Bananenausfall“ kommen kann und genieße.

Zweitens: Schaue, wo das betreffende Produkt herkommt. Weißt du, wo auf dem Globus das Land liegt? Wie heißt dessen Hauptstadt? Und überlege dir dann, ob du es wirklich kaufen möchtest oder nicht.

Herausforderung:

Unterhalte dich mit einem Verkäufer, der Ahnung hat. Das kann z.B. der Fischhändler auf dem Markt sein, der von dem Streik der isländischen Fischer berichtet, der dazu führt, dass es in Deutschland derzeit keinen Dorsch unter 50 Euro das Kilo zu kaufen gibt und die Großhändler Kurzarbeit anmelden müssen. Ich finde es wichtig, solche Verflechtungen zu kennen, um die reichhaltige Auswahl in den deutschen Landen zu schätzen zu wissen.

für Fortgeschrittene:

Auch auf Erdbeeren aus Nordafrika versuche ich möglichst zu verzichten. Diese sind häufig pestizidbelastet (oder besser formuliert: noch mehr belastet als die anderen).

Und müssen es die Kartoffeln aus Israel sein? Dort wird zum Anbau kostbares Brunnenwasser genutzt, denn eigentlich ist der Wüstenstaat nicht geeignet für den Kartoffelanbau.

Informiere dich ein wenig über das eine oder andere Produkt aus der Ferne und dessen Anbau- und LIeferbedingungen. Welche Staatsform hat das Land?  Leben die Menschen dort gut oder in Armut? etc.

Deine Erfahrungen:

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